Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) – Hilfreiche Hausmittel und alternative Heilverfahren

 

Sehnen sind bindegewebige Strukturen, die die Muskeln mit den Knochen verbinden. Muskeln sind also über Sehnen mit den Knochen verbunden und dort befestigt. An Stellen, an denen Sehnen besonderen Belastungen oder Reibungen ausgesetzt sind, verlaufen diese in einer Sehnenscheide. Sehnenscheiden dienen zum Schutz der Sehnen vor Reibung und Abnutzung. Zum besseren Gleiten der Sehnen innerhalb der Sehnenscheiden dient eine schmierige Flüssigkeit die Synovia. Sie schützt vor Reibung der Sehnen gegenüber der Sehnenscheidenwand.

Bei zu starker Beanspruchung oder Überlastung der Sehnen kann es trotz dieser Schutzmechanismen zu Reizungen bzw. zu Entzündungen der Sehnenscheide kommen. Gerade im Bereich des Handgelenks an der Innenseite des Unterarms (siehe Bild: Sehnen am Unterarm) ist dies der Fall. Sehnenscheidenentzündungen in diesem Bereich treten öfters nach vermehrter handwerklicher Betätigung auf.

Die Sehnenscheidenentzündung ist nicht zu verwechseln mit Sehnenansatzreizungen, wie es bei dem Impingementsyndrom,  bei dem Patellaspitzensyndrom, bei dem Tennisellenbogen, bei dem Golferellenbogen oder der Achillodynie der Fall ist.

Natürliche Behandlungsmöglichkeiten bei Sehnenscheidenentzündungen

Als Heilpraktiker kombiniere ich bewährte naturheilkundliche Verfahren mit aktuellen Erkenntnissen aus der Schmerz- und Entzündungsmedizin. Ziel der Behandlung ist es, Schmerzen zu lindern, die Entzündung zu beruhigen, die Heilung der Sehne zu fördern und einer Chronifizierung vorzubeugen.

 

Ruhigstellung – aber nur vorübergehend

In der akuten Entzündungsphase ist es wichtig, die betroffene Sehne zu entlasten. Eine vorübergehende Ruhigstellung mit einer Schiene oder einem funktionellen Tapeverband kann die mechanische Reibung zwischen Sehne und Sehnenscheide deutlich reduzieren. Dadurch lassen Schmerzen und Entzündungsreaktionen häufig nach.

Nach dem Abklingen der stärksten Beschwerden sollte die betroffene Region jedoch schrittweise wieder bewegt werden. Neuere Untersuchungen zeigen, dass eine zu lange Ruhigstellung die Heilung verzögern kann. Eine dosierte Belastung unterstützt dagegen die Regeneration des Sehnengewebes und hilft, die normale Gleitfähigkeit der Sehne wiederherzustellen. Als Heilpraktiker berate ich Sie gerne, wann der richtige Zeitpunkt für den Übergang von Schonung zu gezielten Übungen gekommen ist.

 

Kühlende Auflagen

Kühlende Umschläge oder Kühlkompressen können besonders in den ersten Tagen einer akuten Sehnenscheidenentzündung wohltuend sein. Sie wirken schmerzlindernd und können die lokale Entzündungsreaktion abschwächen.

Die Kühlung sollte jeweils etwa 10 bis 15 Minuten dauern. Direkter Hautkontakt mit Eis sollte vermieden werden, um Kälteschäden vorzubeugen.

Manuelle Lymphdrainage

Die Manuelle Lymphdrainage  ist eine sanfte Behandlungsmethode, die den Lymphabfluss anregt und Schwellungen reduzieren kann. Entzündlich verdickte Sehnen und Sehnenscheiden werden dadurch entlastet, was häufig zu einer Verbesserung der Beweglichkeit und einer Verminderung der Schmerzen führt.

Gerade bei ausgeprägten Schwellungen kann die Manuelle Lymphdrainage eine sinnvolle Ergänzung der naturheilkundlichen Behandlung durch den Heilpraktiker sein.

 

Entzündungshemmende Ernährung

Eine ausgewogene, überwiegend pflanzenbetonte Ernährung kann den Körper dabei unterstützen, Entzündungsprozesse günstig zu beeinflussen. Besonders empfehlenswert sind reichlich Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte sowie hochwertige pflanzliche Öle.

Der Verzehr größerer Mengen von Fleisch, Wurstwaren sowie fettreichen tierischen Produkten liefert vergleichsweise viel Arachidonsäure. Diese Fettsäure dient dem Körper als Ausgangsstoff für verschiedene entzündungsfördernde Botenstoffe. Eine Reduzierung dieser Lebensmittel kann daher bei chronischen Entzündungsprozessen sinnvoll sein.

 

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den am besten untersuchten natürlichen Nährstoffen bei Entzündungserkrankungen. Sie fördern die Bildung entzündungsauflösender Botenstoffe und können dadurch helfen, überschießende Entzündungsreaktionen abzuschwächen.

Gute Quellen sind Leinöl, Walnüsse, Chiasamen sowie fettreiche Seefische wie Lachs, Hering oder Makrele. Bei einer unzureichenden Versorgung kann in Einzelfällen auch die Einnahme hochwertiger Omega-3-Präparate sinnvoll sein.

 

Vitamin E und antioxidative Pflanzenstoffe

Entzündungen gehen häufig mit einer erhöhten Bildung freier Radikale einher. Antioxidantien wie Vitamin E tragen dazu bei, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Vitamin E ist unter anderem in Nüssen, Samen, Weizenkeimöl, Sonnenblumenkernen und hochwertigen Pflanzenölen enthalten. Auch sekundäre Pflanzenstoffe aus Beeren, grünem Blattgemüse oder Kurkuma unterstützen den natürlichen Zellschutz.

 

Teufelskralle

Die afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) zählt zu den klassischen Heilpflanzen bei schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates. Ihre Inhaltsstoffe besitzen entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften.

Studien zeigen vor allem bei chronischen Beschwerden des Bewegungsapparates positive Effekte. Bei einer Sehnenscheidenentzündung kann Teufelskralle begleitend eingesetzt werden, ersetzt jedoch keine ursächliche Behandlung.

Weihrauch

Extrakte aus dem indischen Weihrauch (Boswellia serrata) enthalten Boswelliasäuren, die verschiedene entzündungsfördernde Enzyme hemmen können. Dadurch lässt sich die Bildung bestimmter Entzündungsbotenstoffe reduzieren.

In den letzten Jahren wurde Weihrauch zunehmend wissenschaftlich untersucht. Besonders bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen gibt es Hinweise auf eine entzündungshemmende Wirkung. Auch bei Sehnenbeschwerden kann Weihrauch im Rahmen eines naturheilkundlichen Gesamtkonzeptes sinnvoll sein.

 

Pflanzliche Enzyme

Pflanzliche Enzyme wie Bromelain aus der Ananas oder Papain aus der Papaya werden seit vielen Jahren zur unterstützenden Behandlung von Entzündungen eingesetzt. Sie können Schwellungen vermindern und den Heilungsverlauf günstig beeinflussen.

Die wissenschaftliche Studienlage ist zwar nicht einheitlich, dennoch berichten viele Patienten über eine gute Verträglichkeit und eine unterstützende Wirkung.

 

Heilpflanzen mit entzündungshemmendem Potenzial

Neben Teufelskralle und Weihrauch kommen in der Naturheilkunde weitere Heilpflanzen zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise Arnika, Beinwell oder Ringelblume in Form von Salben oder Umschlägen. Diese können lokal schmerzlindernd wirken und die Regeneration des Gewebes unterstützen.

Welche Heilpflanze im Einzelfall geeignet ist, sollte individuell durch einen erfahrenen Heilpraktiker beurteilt werden.

 

Sanfte Bewegungsübungen

Sobald die akute Entzündung nachlässt, spielen gezielte Mobilisations- und Dehnübungen eine wichtige Rolle. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass kontrollierte Bewegungen die Kollagenneubildung fördern und die Belastbarkeit der Sehne verbessern können.

Die Übungen sollten schmerzarm durchgeführt und langsam gesteigert werden. Eine Überlastung sollte unbedingt vermieden werden.

 

Ursachen dauerhaft beseitigen

Eine erfolgreiche Behandlung endet nicht mit dem Abklingen der Schmerzen. Entscheidend ist, die Ursache der Überlastung zu erkennen und zu beseitigen. Häufig spielen wiederholte einseitige Bewegungen am Arbeitsplatz, Computerarbeit, handwerkliche Tätigkeiten oder sportliche Fehlbelastungen eine Rolle.

Als Heilpraktiker berücksichtige ich deshalb nicht nur die Entzündung selbst, sondern auch die individuellen Auslöser. Oft lassen sich durch ergonomische Veränderungen, gezielte Übungen und naturheilkundliche Therapien erneute Beschwerden wirksam verhindern.