Somatoforme Schmerzstörung – Wenn chronische Schmerzen keine körperliche Ursache haben

Die somatoforme Schmerzstörung kann den Alltag und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Als Heilpraktiker und Osteopath begleite ich Menschen mit chronischen Schmerzen ganzheitlich und individuell. In meiner Praxis in Oberstenfeld behandle ich Patientinnen und Patienten aus Stuttgart, Heilbronn, Backnang, Ludwigsburg sowie der gesamten Region mit einem auf ihre persönliche Situation abgestimmten naturheilkundlichen und osteopathischen Behandlungskonzept sowie auch psychologischer Beratung.

 

Schmerzen sind real – auch ohne sichtbaren Befund

Eine Somatoforme Schmerzstörung gehört zu den chronischen Schmerzstörungen, bei denen Betroffene unter anhaltenden Schmerzen leiden, obwohl sich keine ausreichende körperliche Ursache nachweisen lässt. Häufig bestehen die Beschwerden über viele Monate oder sogar Jahre. Nicht selten haben die Betroffenen bereits zahlreiche Untersuchungen, bildgebende Verfahren und Arztbesuche hinter sich, ohne dass die Schmerzen eindeutig erklärt werden können.

Für viele Patienten ist diese Situation äußerst belastend. Sie fühlen sich mit ihren Beschwerden oft nicht ernst genommen oder haben den Eindruck, dass ihnen eingeredet wird, die Schmerzen seien „nur psychisch". Dabei trifft genau das nicht zu.

Die Schmerzen sind echt. Sie entstehen jedoch nicht durch eine aktuelle Schädigung von Muskeln, Gelenken oder Organen, sondern durch eine veränderte Verarbeitung von Schmerzsignalen im Gehirn und Nervensystem.

Was ist eine Somatoforme Schmerzstörung?

Von einer Somatoformen Schmerzstörung spricht man, wenn chronische Schmerzen bestehen, die durch körperliche Erkrankungen allein nicht ausreichend erklärt werden können. Die Beschwerden können nahezu jede Körperregion betreffen.

Typische Schmerzlokalisationen sind:

  • Rücken
  • Nacken
  • Schultern
  • Kopf
  • Gesicht
  • Bauch
  • Gelenke
  • Arme oder Beine

Oft entwickeln sich die Schmerzen zunächst nach einer Verletzung, einer Operation oder einer Erkrankung. Obwohl die eigentliche körperliche Ursache längst verheilt ist, bleiben die Schmerzen bestehen. Manchmal treten sie sogar erstmals in besonders belastenden Lebensphasen auf, ohne dass eine erkennbare körperliche Ursache vorliegt.

Heute weiß man, dass chronische Schmerzen nicht ausschließlich im betroffenen Körperteil entstehen. Entscheidend ist vielmehr, wie das Gehirn Schmerzsignale verarbeitet.

 

Wie entstehen psychogene Schmerzen?

Der Begriff psychogene Schmerzen bedeutet nicht, dass sich Betroffene ihre Schmerzen einbilden. Vielmehr beschreibt er Schmerzen, deren Entstehung wesentlich durch psychische Belastungen und Veränderungen im Nervensystem beeinflusst wird.

Unser Gehirn verarbeitet ständig Informationen aus dem Körper. Gleichzeitig bewertet es emotionale Belastungen, Erinnerungen, Ängste und Stress. Treffen mehrere belastende Faktoren über längere Zeit zusammen, kann das Schmerzsystem immer empfindlicher werden.

Das limbische System – die Schaltzentrale für Gefühle und Schmerz

Eine entscheidende Rolle spielt dabei das limbische System. Es verarbeitet Gefühle, Erinnerungen und Stressreaktionen und beeinflusst gleichzeitig die Wahrnehmung von Schmerzen.

Zum limbischen System gehören unter anderem:

  • die Amygdala, die Gefahren erkennt und Alarmreaktionen auslöst,
  • der Hippocampus, der Erinnerungen speichert,
  • sowie weitere Hirnregionen, die Emotionen mit körperlichen Reaktionen verbinden.

Erlebt ein Mensch über längere Zeit starken Stress oder belastende Lebenssituationen, befindet sich das limbische System dauerhaft in Alarmbereitschaft.

Das Gehirn reagiert dann empfindlicher auf Reize und bewertet selbst harmlose Signale schneller als Bedrohung.

Die Folge:

  • Muskeln verspannen sich.
  • Die Atmung wird flacher.
  • Das vegetative Nervensystem bleibt dauerhaft aktiviert.
  • Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin werden vermehrt ausgeschüttet.
  • Die Schmerzverarbeitung verändert sich.

Das Nervensystem befindet sich bildlich gesprochen ständig mit einem „gedrückten Gaspedal" im Alarmmodus.

Warum seelische Belastungen körperliche Schmerzen auslösen können

Körper und Psyche arbeiten untrennbar zusammen. Jede Emotion löst gleichzeitig körperliche Reaktionen aus.

Wer Angst hat, spannt unbewusst die Muskulatur an.

Wer unter dauerhaftem Druck steht, schläft schlechter und regeneriert langsamer.

Wer über längere Zeit Trauer, Konflikte oder Überforderung erlebt, aktiviert permanent sein Stresssystem.

Bleibt dieser Zustand bestehen, kann das Nervensystem dauerhaft überempfindlich werden.

Dadurch entstehen Schmerzen, obwohl keine Gewebeschädigung vorliegt.

Trauma und chronische Schmerzen

Besonders deutlich zeigt sich dieser Zusammenhang nach seelischen Traumata.

Ein Trauma entsteht, wenn ein belastendes Ereignis die Möglichkeiten des Menschen überfordert, dieses zu verarbeiten. Das können beispielsweise sein:

  • schwere Unfälle
  • Gewalterfahrungen
  • Missbrauch
  • Vernachlässigung in der Kindheit
  • der plötzliche Verlust eines nahestehenden Menschen
  • lang anhaltender emotionaler Stress

Bleibt ein Trauma unverarbeitet, kann das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft verharren.

Das Gehirn reagiert dann so, als bestünde die ursprüngliche Gefahr weiterhin.

Die Amygdala bleibt besonders aktiv und aktiviert immer wieder Stressreaktionen. Gleichzeitig wird die Fähigkeit eingeschränkt, zwischen tatsächlicher Gefahr und Sicherheit zu unterscheiden.

Weitere Infos zum Thema Trauma

 

Das Schmerzgedächtnis

Je länger Schmerzen bestehen, desto stärker verändert sich das Nervensystem.

Mediziner sprechen dann vom sogenannten Schmerzgedächtnis.

Dabei werden Schmerzbahnen im Rückenmark und Gehirn immer leichter aktiviert. Das Nervensystem lernt gewissermaßen den Schmerz.

Schon geringe Reize können dann Schmerzen auslösen.

Mit der Zeit benötigt der Körper keine ursprüngliche Verletzung mehr, um Schmerzen wahrzunehmen.

Deshalb können chronische Schmerzen bestehen bleiben, obwohl die eigentliche körperliche Ursache längst ausgeheilt ist.

 

Wer ist besonders betroffen?

Eine Somatoforme Schmerzstörung kann grundsätzlich jeden Menschen betreffen.

Besonders häufig findet man sie jedoch bei Menschen,

  • die hohe Verantwortung tragen,
  • sehr leistungsorientiert sind,
  • eigene Bedürfnisse häufig zurückstellen,
  • dauerhaft unter Stress stehen,
  • belastende Lebensereignisse erlebt haben,
  • Konflikte über lange Zeit unterdrücken oder
  • schon länger unter Ängsten oder depressiven Verstimmungen leiden.

Oft handelt es sich um Menschen, die jahrelang "funktioniert" haben und Warnsignale ihres Körpers übergangen haben.

 

Warum eine ganzheitliche Diagnostik wichtig ist

Auch wenn psychische Faktoren eine wichtige Rolle spielen, müssen zunächst mögliche körperliche Ursachen sorgfältig abgeklärt werden.

Eine Somatoforme Schmerzstörung ist immer eine Ausschlussdiagnose.

Erst wenn schwerwiegende organische Erkrankungen ausgeschlossen wurden, sollte die Schmerzverarbeitung als mögliche Ursache betrachtet werden.

Deshalb beginnt jede Behandlung mit einer ausführlichen Anamnese und einer gründlichen körperlichen Untersuchung.

 

Ganzheitliche Behandlung der Somatoformen Schmerzstörung

Eine erfolgreiche Behandlung berücksichtigt immer Körper und Psyche gleichermaßen.

Je nach individueller Situation können verschiedene Therapiebausteine sinnvoll kombiniert werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • osteopathische Behandlungen
  • Entspannungsverfahren
  • Psychologische Beratungsgespräche, bei denen es auch um das Herausarbeiten von unbewältigten emotionalen Konflikten geht
  • Stressregulation
  • Unterstützung bei der Verarbeitung belastender Erfahrungen

Ziel ist es, das überaktivierte Nervensystem wieder zu beruhigen, die Schmerzsensibilisierung zu reduzieren und dem Körper Sicherheit zurückzugeben.

 

Schmerzen verstehen – statt gegen sie anzukämpfen

Viele Betroffene erleben bereits eine Entlastung, wenn sie verstehen, wie chronische Schmerzen entstehen.

Der Schmerz verliert dadurch nicht seine Bedeutung, wird aber erklärbar.

Das Wissen, dass Gehirn, Nervensystem und Psyche gemeinsam an der Schmerzentstehung beteiligt sind, eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten.

Gerade bei einer Somatoformen Schmerzstörung geht es nicht darum, den Schmerz als "eingebildet" abzutun, sondern seine tatsächlichen Ursachen im Nervensystem zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Häufig gestellte Fragen

Sind psychogene Schmerzen eingebildet?

Nein. Psychogene Schmerzen sind echte Schmerzen. Moderne Schmerzforschung zeigt, dass Schmerzen immer im Gehirn entstehen. Auch ohne nachweisbare Gewebeschädigung können sie genauso intensiv wahrgenommen werden wie körperlich verursachte Schmerzen.

 

Kann Stress chronische Schmerzen verursachen?

Ja. Dauerhafter Stress verändert die Aktivität des Nervensystems und kann zu Muskelverspannungen, einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit und schließlich zu chronischen Schmerzen führen.

Welche Rolle spielt das limbische System?

Das limbische System verarbeitet Gefühle, Erinnerungen und Stress. Es beeinflusst gleichzeitig die Schmerzverarbeitung. Bleibt es dauerhaft aktiviert, kann sich die Schmerzempfindlichkeit deutlich erhöhen.

 

Kann ein Trauma chronische Schmerzen auslösen?

Ja. Unverarbeitete traumatische Erfahrungen können das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft halten. Dadurch können sich chronische Schmerzen entwickeln oder bestehende Schmerzen verstärken.

 

Ist eine Somatoforme Schmerzstörung behandelbar?

Ja. Besonders erfolgreich ist häufig ein ganzheitlicher Therapieansatz, der körperliche Behandlungsmethoden mit einer Regulation des Nervensystems und der Bearbeitung belastender psychischer Faktoren verbindet.

 

Ihr Weg zu mehr Lebensqualität

Chronische Schmerzen müssen nicht zwangsläufig dauerhaft bestehen bleiben. Je besser die Zusammenhänge zwischen Körper, Nervensystem und Psyche verstanden werden, desto gezielter kann die Behandlung erfolgen.

Eine sorgfältige Diagnostik, ausreichend Zeit für Ihre persönliche Geschichte und eine individuell abgestimmte Therapie bilden die Grundlage, um den Kreislauf aus Schmerz, Stress und Anspannung zu durchbrechen und Schritt für Schritt wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.

 

Behandlung und Beratung in Oberstenfeld

Wenn Sie sich für die Möglichkeiten der Naturheilkunde und Osteopathie sowie auch psychologischer Beratung bei einer somatoformen Schmerzstörung interessieren, begleite ich Sie gerne in meiner Praxis in Oberstenfeld. Patientinnen und Patienten aus Oberstenfeld, Stuttgart, Heilbronn, Backnang, Ludwigsburg und der gesamten Region schätzen die individuelle, ganzheitliche Betreuung in einer vertrauensvollen und angenehmen Atmosphäre. Gemeinsam entwickeln wir ein Behandlungskonzept, das auf Ihre Beschwerden und Ihre persönliche Situation abgestimmt ist und Sie dabei unterstützt, Ihre Lebensqualität zu verbessern und den Umgang mit chronischen Schmerzen zu erleichtern.