Atemtherapeutische Maßnahmen bei Obstruktion
Wichtig bei obstruktiven Ventilationsstörungen ist das Lösen von Schleim, welcher mitverantwortlich für die Obstruktion (Verschluss) der Atemwege ist.
Schleim ist ein guter Nährboden für eindringende Keime in die Lunge, die dann zur Entzündung der Bronchien führen können. Chronische Entzündungen der Bronchien führen durch entzündungsbedingte Gewebeveränderungen zur Obstruktion. Chronische Bronchitiden führen wiederum zur vermehrten Schleimbildung, mit der erneuten Gefahr der Festsetzung und Vermehrung von eindringenden Keimen, die zu einer erneuten Entzündung führen.
Ein Teufelskreis entsteht, der durch die Atemtherapie unterbrochen werden soll.
Aufgrund der Obstruktion kommt es zu einer Überblähung der Lunge, da die Atemluft zwar gut eingeatmet aber schlecht ausgeatmet werden kann. Die Atemwege kollabieren aufgrund des zu hohen Drucks in der Lunge bei der Ausatmung.
Neben dem Lösen von Schleim aus den Bronchien ist das Entblähen der Lunge ein weiteres wichtiges Ziel der Atemtherapie bei der Obstruktion.
Atemtherapeutische Maßnahmen hierzu sind:
Ausatmen gegen die „Lippenbremse“
Das Ausatmen gegen die Lippenbremse sollte bei Patienten mit COPD oder einem Lungenemphysem dauernd durchgeführt werden. Dabei atmet der Patient durch die Nase ein und durch den Mund, gegen die Anfangs leicht geschlossenen Lippen, aus. Die Ausatmung geschieht in zwei Phasen. In der ersten Phase sind die Lippen noch mit wenig Druck geschlossen. Dadurch entsteht ein Gegendruck zum überblähten Druck in der Lunge. Die Atemwege kollabieren aufgrund des überhöhten Lungeninnendrucks weniger und bleiben durch den Gegendruck frei. In der zweiten Phase öffnen sich die Lippen etwas und die Ausatemluft kann nun ungehindert ausströmen.
Kompression des Thorax in der Ausatemphase
Der Patient liegt in Rückenlage. Der Therapeut steht seitlich am Patienten und hat jeweils eine Hand am rechten und am linken Thoraxrand (wie beim Überprüfen der Atemfrequenz, Bild 1). Der Patient soll auf die Lippenbremse ausatmen, dabei drückt der Therapeut den Thorax des Patienten zusammen. Dadurch kann mehr Luft die Lunge verlassen.
Abklopfen des Thorax
Aus Seit-, Rücken- und Bauchlage den ganzen Thorax des Patienten abklopfen (Klopfmassage). Das wirkt schleimlösend. Der Patient kann dabei auf „oohhh“ tönen. Dadurch wird der schleimlösende Effekt noch verstärkt.
Vibrationen
Apparative Vibrationen (Vibrax-Gerät) aus Seit-, Rücken- und Bauchlage auf dem Thorax ausgeführt wirken schleimlösend. Auch dabei kann der Patient tönen.
Hustentechnik mit Lippenbremse
Der Patient atmet zuerst einen Teil seiner Ausatemluft über die Lippenbremse aus, um danach mit dem Rest der Ausatemluft einen Hustenstoß abzugeben. Das Ziel dieser Übung ist die Schleimlösung.
Dampfinhalationen mit ätherischen Ölen
Ätherische Öle wirken durchblutungsfördernd auf die Schleimhäute und hemmen die Vermehrung von Bakterien. Der Abtransport von Schleim wird gefördert. Eventuell kann auch mit Kochsalzlösung oder Kamille inhaliert werden.