Schmerztherapie
Bei starken Beschwerden können vorübergehend auch schmerzlindernde Medikamente sinnvoll sein.
Sie sollen in erster Linie dazu beitragen, dass Betroffene sich wieder bewegen können. Denn Bewegung bleibt – neben der Behandlung der eigentlichen Ursache – ein wesentlicher Bestandteil der Therapie.
Welche Medikamente infrage kommen, richtet sich nach Art und Ursache der Beschwerden und sollte individuell ärztlich entschieden werden.
Wärme oder Kälte?
Viele Patienten fragen sich, ob Wärme oder Kälte besser geeignet ist.
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht.
Wärme wird häufig als angenehm empfunden bei:
- Muskelverspannungen,
- chronischen Beschwerden,
- funktionellen Rückenschmerzen.
Geeignet sind beispielsweise Wärmekissen, Wärmflaschen oder Fangopackungen.
Kälte kann dagegen kurzfristig hilfreich sein bei:
- frischen Verletzungen,
- akuten Entzündungen,
- Schwellungen.
Welche Anwendung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der Ursache der Beschwerden ab.
Welche Rolle spielt die Osteopathie bei Rückenschmerzen?
Die Osteopathie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Sie betrachtet den Menschen nicht ausschließlich anhand einzelner schmerzhafter Strukturen, sondern bezieht den gesamten Bewegungsapparat sowie dessen funktionelles Zusammenspiel in die Untersuchung ein.
Gerade bei Rückenschmerzen können unterschiedliche Faktoren zusammenwirken. Neben der Wirbelsäule selbst können auch Gelenke, Muskeln, Faszien, Bänder oder benachbarte Körperregionen Einfluss auf die Belastung des Rückens nehmen.
Im Rahmen einer osteopathischen Untersuchung wird daher nicht nur der schmerzende Bereich betrachtet, sondern auch die Beweglichkeit und Funktion angrenzender Strukturen.
Wie läuft eine osteopathische Untersuchung ab?
Zu Beginn steht ein ausführliches Gespräch über die Beschwerden, deren Verlauf sowie mögliche Vorerkrankungen.
Anschließend erfolgt eine sorgfältige Untersuchung des Bewegungsapparates.
Dabei beurteilt der Osteopath unter anderem:
- die Haltung,
- die Beweglichkeit der Wirbelsäule,
- das Becken,
- die Hüftgelenke,
- die Rippen,
- die Muskelspannung,
- fasziale Spannungen,
- die Beweglichkeit einzelner Gelenke.
Ziel ist es, funktionelle Zusammenhänge zu erkennen und die individuellen Einflussfaktoren auf die Beschwerden besser zu verstehen.
Die osteopathische Behandlung
Die osteopathische Behandlung erfolgt überwiegend mit den Händen.
Je nach Befund kommen unterschiedliche manuelle Techniken zum Einsatz, um die Beweglichkeit von Gelenken, Muskeln, Faszien und Bindegewebe zu unterstützen.
Welche Techniken angewendet werden, richtet sich immer nach der individuellen Untersuchung und den jeweiligen Beschwerden.
Dabei steht nicht das möglichst kräftige Manipulieren einzelner Gelenke im Vordergrund, sondern eine sorgfältige und auf den Patienten abgestimmte Behandlung.
Ganzheitlich denken
Rückenschmerzen entstehen häufig nicht durch eine einzelne Ursache.
Beispielsweise können eingeschränkte Hüftgelenke, muskuläre Dysbalancen, Bewegungsmangel, wiederkehrende Fehlbelastungen oder fasziale Spannungen gemeinsam dazu beitragen, dass der Rücken dauerhaft überlastet wird.
Die Osteopathie versucht, diese funktionellen Zusammenhänge zu berücksichtigen und den Menschen als Ganzes zu betrachten.
Wichtig
Die Osteopathie ersetzt bei ernsthaften Erkrankungen weder die ärztliche Diagnostik noch notwendige schulmedizinische Behandlungen. Sie kann – abhängig von Ursache und individueller Situation – ein ergänzender Bestandteil eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes sein.
Was Sie selbst gegen Rückenschmerzen tun können
Nicht alle Rückenschmerzen lassen sich verhindern. Dennoch können Sie selbst viel dazu beitragen, Ihren Rücken gesund zu erhalten, Beschwerden zu lindern und erneuten Schmerzen vorzubeugen.
Oft sind es bereits kleine Veränderungen im Alltag, die langfristig eine große Wirkung entfalten. Wichtig ist dabei nicht die perfekte Haltung oder ein intensives Trainingsprogramm, sondern regelmäßige Bewegung und ein rückenfreundlicher Lebensstil.
Bewegung statt Schonung
Der menschliche Rücken ist für Bewegung geschaffen.
Wer sich regelmäßig bewegt, stärkt nicht nur seine Muskulatur, sondern verbessert auch die Versorgung der Bandscheiben, erhält die Beweglichkeit der Gelenke und fördert die Durchblutung.
Schon tägliche Spaziergänge können einen positiven Einfluss auf den Rücken haben.
Besonders geeignet sind:
- Spazierengehen
- Walking oder Nordic Walking
- Radfahren
- Schwimmen
- Gymnastik
- Rückenschule
- Yoga
- Pilates
- moderates Krafttraining
Entscheidend ist weniger die Sportart als vielmehr die Regelmäßigkeit.
Merke
Die beste Bewegung ist diejenige, die Ihnen Freude bereitet und die Sie dauerhaft in Ihren Alltag integrieren können.
Langes Sitzen regelmäßig unterbrechen
Viele Menschen verbringen täglich mehrere Stunden im Sitzen.
Nicht das Sitzen allein ist das Problem, sondern die fehlende Abwechslung.
Stehen Sie deshalb möglichst alle 30 bis 60 Minuten kurz auf.
Schon wenige Minuten reichen aus, um:
- die Muskulatur zu lockern,
- die Bandscheiben zu entlasten,
- die Durchblutung anzuregen,
- Verspannungen vorzubeugen.
Telefonate können beispielsweise im Stehen geführt werden.
Auch kleine Wege im Büro oder Zuhause helfen dem Rücken.
Richtig heben und tragen
Beim Heben schwerer Gegenstände wirken erhebliche Kräfte auf die Lendenwirbelsäule.
Achten Sie deshalb auf einige einfache Grundregeln:
- Last möglichst körpernah halten.
- In die Knie gehen statt den Rücken zu krümmen.
- Aus den Beinen heraus anheben.
- Ruckartige Bewegungen vermeiden.
- Schwere Lasten möglichst gleichmäßig auf beide Körperseiten verteilen.
Auch beim Tragen von Einkaufstaschen lohnt es sich, die Belastung regelmäßig zwischen rechter und linker Hand zu wechseln.
Die Rückenmuskulatur gezielt kräftigen
Eine gut trainierte Rumpfmuskulatur stabilisiert die Wirbelsäule und entlastet Bandscheiben sowie Gelenke.
Besonders wichtig sind:
- die tiefe Rückenmuskulatur,
- die Bauchmuskulatur,
- die Gesäßmuskulatur,
- die Hüftmuskulatur.
Bereits zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche können langfristig zu einer besseren Stabilität beitragen.
Beweglichkeit erhalten
Nicht nur Kraft, sondern auch Beweglichkeit spielt eine wichtige Rolle.
Regelmäßige Dehnübungen können dazu beitragen,
- Muskelverkürzungen vorzubeugen,
- die Beweglichkeit zu erhalten,
- Verspannungen zu lösen,
- die Körperwahrnehmung zu verbessern.
Dabei gilt:
Dehnen sollte niemals starke Schmerzen verursachen.
Auf das Körpergewicht achten
Übergewicht erhöht insbesondere die Belastung der Lendenwirbelsäule.
Bereits eine moderate Gewichtsreduktion kann dazu beitragen, die Belastung von Wirbelsäule, Bandscheiben und Gelenken zu verringern.
Dabei stehen keine kurzfristigen Diäten im Vordergrund, sondern eine dauerhaft ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung.
Stress abbauen
Stress beeinflusst nicht nur die Psyche, sondern häufig auch den Bewegungsapparat.
Viele Menschen reagieren auf seelische Belastungen mit einer unbewussten Anspannung der Schulter-, Nacken- und Rückenmuskulatur.
Geeignete Möglichkeiten zur Entspannung können sein:
- Spaziergänge in der Natur,
- Atemübungen,
- Progressive Muskelentspannung,
- Meditation,
- Yoga,
- ausreichend Schlaf,
- regelmäßige Erholungspausen.
Gut zu wissen
Körperliche und seelische Gesundheit beeinflussen sich gegenseitig. Wer Stress reduziert, tut häufig auch seinem Rücken etwas Gutes.