Alter
Mit zunehmendem Lebensalter verändert sich der Stoffwechsel des Gelenkknorpels. Die Fähigkeit, kleinere Schäden zu reparieren und die Knorpelstruktur zu erhalten, nimmt langsam ab.
Deshalb steigt das Risiko für Arthrose mit zunehmendem Alter deutlich an. Dennoch ist Arthrose keine zwangsläufige Folge des Älterwerdens. Viele ältere Menschen besitzen gesunde Gelenke, während Arthrose auch bereits in jüngeren Jahren auftreten kann.
Das Alter ist somit ein Risikofaktor – aber nicht die eigentliche Ursache.
Übergewicht
Übergewicht gehört zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren der Arthrose.
Jedes zusätzliche Kilogramm Körpergewicht erhöht die Belastung insbesondere der Knie-, Hüft- und Sprunggelenke erheblich. Beim Gehen wirken auf das Kniegelenk Kräfte, die ein Mehrfaches des Körpergewichts betragen. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann diese Belastung deutlich reduzieren.
Heute weiß man außerdem, dass Fettgewebe nicht nur als Energiespeicher dient. Es bildet verschiedene Botenstoffe, die Entzündungsprozesse im Körper beeinflussen können. Dadurch kann Übergewicht Arthrose nicht nur mechanisch, sondern möglicherweise auch biologisch begünstigen.
Bewegungsmangel
Knorpel lebt von Bewegung.
Da der Gelenkknorpel nicht direkt über Blutgefäße versorgt wird, ist er auf den regelmäßigen Austausch der Gelenkflüssigkeit angewiesen. Bewegung wirkt dabei wie eine natürliche Pumpe: Durch das wechselnde Be- und Entlasten werden Nährstoffe in den Knorpel transportiert und Stoffwechselprodukte abtransportiert.
Fehlt diese regelmäßige Belastung über längere Zeit, verschlechtert sich die Versorgung des Knorpels. Gleichzeitig bauen sich Muskeln ab, wodurch die Gelenke an Stabilität verlieren und ungünstiger belastet werden.
Aus diesem Grund zählt Bewegungsmangel heute zu den bedeutenden Risikofaktoren für die Entstehung und das Fortschreiten einer Arthrose.
Fehlbelastungen und Fehlstellungen
Nicht jede Belastung schadet einem Gelenk. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Belastungen dauerhaft einseitig oder ungünstig verteilt sind.
Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- X-Beine (Genu valgum)
- O-Beine (Genu varum)
- Beinlängendifferenzen
- Fehlstellungen der Füße
- angeborene Formabweichungen einzelner Gelenke
- langjährige Fehlhaltungen
Durch diese Veränderungen werden bestimmte Bereiche eines Gelenkes dauerhaft stärker belastet als andere. Mit der Zeit kann dies den Knorpel schädigen und die Entstehung einer Arthrose begünstigen.
Verletzungen
Auch Verletzungen können der Ausgangspunkt einer Arthrose sein.
Dazu zählen unter anderem:
- Knochenbrüche mit Gelenkbeteiligung,
- Knorpelschäden,
- Meniskusverletzungen,
- Kreuzbandverletzungen,
- wiederholte Gelenkverrenkungen.
Solche Verletzungen verändern häufig die Mechanik des Gelenkes. Selbst wenn sie zunächst gut verheilen, kann das Risiko für eine spätere Arthrose erhöht sein.
Man spricht dann von einer posttraumatischen Arthrose.
Beruf und Sport
Eine regelmäßige körperliche Aktivität ist grundsätzlich gesund und schützt die Gelenke.
Dennoch können bestimmte berufliche oder sportliche Belastungen das Arthroserisiko erhöhen.
Hierzu zählen beispielsweise:
- langjähriges Arbeiten in kniender Haltung,
- häufiges Heben schwerer Lasten,
- einseitige körperliche Belastungen,
- Leistungssport mit hohen Stoßbelastungen.
Auf der anderen Seite wirken sich gelenkschonende Bewegungsformen wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking meist positiv auf die Gelenkgesundheit aus.
Entscheidend ist daher nicht, ob man sich bewegt, sondern wie ein Gelenk belastet wird.
Genetische Einflüsse
Nicht alle Menschen besitzen dieselben biologischen Voraussetzungen.
Genetische Faktoren können beeinflussen, wie belastbar der Gelenkknorpel ist oder wie schnell sich Gewebe im Laufe des Lebens verändert.
Eine familiäre Veranlagung bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass eine Arthrose entstehen muss. Ein gesunder Lebensstil, ausreichend Bewegung und Normalgewicht können dazu beitragen, das persönliche Risiko günstig zu beeinflussen.
Stoffwechsel und Begleiterkrankungen
Auch verschiedene Stoffwechselerkrankungen können die Gelenkgesundheit beeinflussen.
Dazu gehören unter anderem:
- Diabetes mellitus,
- Gicht,
- Hämochromatose,
- hormonelle Veränderungen,
- chronisch entzündliche Stoffwechselprozesse.
Sie können die Qualität des Knorpels verändern oder Entzündungsreaktionen im Gelenk begünstigen.