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Arthrose mit natuheilkundlichen Maßnahmen behandeln
Definition der Arthrose :
Chronisch degenerative Ab- und Umbauvorgänge des Gelenkknorpels, denen sekundär Veränderungen der Gelenkkapsel, des Knochens und der Muskulatur folgen. Sie entwickelt sich als Reaktion auf ein Missverhältnis zwischen geweblicher Leistungsfähigkeit und lokaler Beanspruchung in einem oder mehreren Gelenken.
Arthron ist griechisch und heißt Gelenk. Die Endung "ose" bezieht sich in der Medizin immer auf einen degenerativen Prozess. Arthrose ist eine degenerative Erkrankung eines oder mehrerer (Polyarthrose) Gelenke.
Ursachen der Arthrose
- Die häufigste Ursache ist mit Abstand die Über- und Fehlbelastung der Gelenke, z.B. Übergewicht oder schlechte Haltung.
- Stereotype, statische Belastungen einiger Berufe.
- Starke Beanspruchung der Gelenke bei Leistungssport oder sehr belastenden Freizeitsportarten z.B. Squash.
- Achsenfehler z.B. X-Beine, O-Beine.
- Formabweichungen z.B. zu kleine Kniescheibe.
- Verletzungen z.B. Knorpelprellung Startschuss der Arthrose (Nach einer Knorpelprellung kann sich sehr schnell eine Arthrose entwickeln).
- Mangelnde Bewegung Knorpel wird nicht richtig aufgebaut
Ablauf der Arthrose
Am Anfang steht die Schädigung der Knorpelzellen (siehe Ursachen der Arthrose). Proteoglykane (Substanz des Gelenkknorpels) bauen ab. Durch den Abbau der Proteoglykane werden vermehrt Enzyme freigesetzt, die Kollagen und Grundsubstanz des Knorpels abbauen. Es entsteht ein Teufelskreis: Enzyme bauen Proteoglykane, Kollagen und Grundsubstanz ab, dadurch werden Enzyme freigesetzt und diese bauen wiederum Proteoglykane, Kollagen und Grundsubstanz ab.
Damit verliert der Knorpel mehr und mehr seine Festigkeit und Elastizität. Unter Belastung wird die Knorpelschicht immer dünner, es bilden sich Spalten und Risse im Knorpel. Die glatte Oberfläche des Gelenkknorpels geht mehr und mehr verloren. Bei der Bewegung können jetzt Abriebpartikel entstehen.
Durch freiwerdende Enzyme oder Abriebpartikel kann sich die Gelenkinnenhaut entzünden (Arthritis - Gelenksentzündung). Durch die Arthritis kann das betroffene Gelenk anschwellen und starke Schmerzen verursachen. Durch die Entzündung werden wiederum Enzyme freigesetzt die den Knorpel schädigen (Teufelskreis). Jede Arthritis beschleunigt die Arthrose.
Was geschieht weiter
Eine Arthrose kann über viele Jahre unbemerkt ablaufen und keine Beschwerden verursachen.
Aus jahrelanger Beschwerdefreiheit kann eine aktivierte schmerzhafte Arthrose werden. Mehr und mehr kann sich die Arthrose durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bemerkbar machen. Durch immer wiederkehrende Entzündungen schrumpft die Gelenkkapsel, dadurch kommt es zur Einschränkung der Beweglichkeit. Die das Gelenk umgebende Muskulatur kann sich verkürzen oder verliert an Kraft, dadurch kann das Gelenk in seiner Bewegung nicht mehr ausreichend geführt und stabilisiert werden. Dadurch können wiederum Kräfte, die auf das Gelenk einwirken, nicht mehr richtig verteilt werden. Dies belastet das geschädigte Gelenk zusätzlich. Der Gelenkknorpel kann ganz verschwinden und es kommt zur Knorpelglatze.
Naturheilkundliche Therapie
Bewegungstherapie
Das Wichtigste in der Arthrosetherapie ist viel Bewegung bei wenig Belastung des betroffenen Gelenkes.
Da es bei der Arthrose schon zu einer Schädigung des Gelenkknorpels gekommen ist, sollte das betroffene Gelenk nicht mehr starken Belastungen ausgesetzt sein, aber viel und ausdauernd bei niedrigen Belastungen bewegt werden. So sollte z.B. bei einer Arthrose des Kniegelenks keine Bergwanderungen oder Skiabfahrten durchgeführt werden. Regelmäßiges, auch ausdauerndes Radfahren bei geringem Widerstand wäre bei einer Kniegelenks- oder Hüftarthrose sehr hilfreich.
Die regelmäßige Bewegungstherapie sollte, wenn möglich, schmerzfrei erfolgen.
Eine regelmäßige Bewegungstherapie bewirkt:
- Eine vermehrte Produktion der Gelenkschmiere. Somit wird der Gelenkknorpel besser geschmiert und seine Oberfläche wird glatter (dadurch weniger Abrieb), außerdem wird der Gelenkknorpel durch die Gelenkschmiere besser ernährt und versorgt.
- Eine Stoffwechselsteigerung im Gelenkknorpel; dies führt zu regenerativen und knorpelaufbauenden Prozessen.
- Der Gelenkknorpel wird dicker und stabiler und ist somit gegen Verschleiß weniger anfällig.
- Den Erhalt der Beweglichkeit. Arthrosegelenke steifen im Laufe der Zeit ein. Regelmäßige Bewegung verhindert oder verlangsamt dies.
- Eine Verbesserung der arthrosebedingten Schmerzen. Dies konnte in Studien nachgewiesen werden.
- Muskelverspannungen lösen sich. Die das Gelenk umgebende Muskulatur wird gekräftigt und kann somit das Gelenk besser schützen.
- Die Bänder werden stärker und können dann das Gelenk besser führen und stabilisieren, einwirkende Kräfte werden besser verteilt.
Nahrungsergänzungsmittel
- Gelatine
Gelatine ist ein reines Protein, das aus kollagenen Rohstoffen wie Schweineschwarte oder Rinderhaut gewonnen wird. Die Aminosäuren im Kollagen der Gelatine sind mit den Aminosäuren im Kollagen unserer Knorpelzellen identisch. Da bei der Arthrose vor allem auch Kollagen verloren geht, sollte dem geschädigten Gelenk wieder Kollagen zugeführt werden. Vor einigen Jahren wurde bewiesen, dass die Gelatine, die wir essen, auch tatsächlich in die Gelenke gelangt. Gelatine ist in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern erhältlich.
- Grünlippmuschel
Wertvollster Bestandteil dieser neuseeländischen Muschel sind die Glykosaminglykane (GAG). Sie kommen natürlicherweise auch in der Gelenkflüssigkeit und im Bindegewebe der Gelenkknorpel vor. Sie sorgen für die richtige Konsistenz der Gelenkflüssigkeit und für eine reibungslose Bewegung. Muschelkonzentrate sind in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern erhältlich.
Wichtig: Die Inhaltsstoffe der Gelatine und Grünlippmuschel werden unter regelmäßiger Bewegungstherapie deutlich besser in den Gelenken verwertet. Ohne regelmäßige Bewegungstherapie ist eine vernünftige Arthrosetherapie nur unzureichend gewährleistet.
Krankengymnastik / Physiotherapie, Manuelle Therapie und Traktion
Folgende Wirkungen können erzielt werden:
- Verbesserung der Gelenkstatik und somit eine geringere Belastung der betroffenen Gelenke.
- Kräftigung geschwächter Muskeln, somit besserer Gelenkschutz.
- Mobilisierung des zum Teil eingesteiften Gelenkes. Bessere Beweglichkeit.
- Dehnung verkürzter Muskeln.
- Entlastung des Gelenkes indem die beiden Gelenkpartner (Kopf und Pfanne) von einander entfernt werden (Traktion). Dies kann manuell oder mittels eines Schlingentisches erfolgen.
Massagen
Arthose kann auch zu Muskelverspannungen führen und dies wiederum auch zu Schmerzen. Massagen lösen Muskelverspannungen.
Med. Trainingstherapie
Durch die Fehlbeanspruchung des Gelenkes werden manche Muskeln zu schwach. Mittels der med. Trainingstherapie können geschwächte Muskeln auftrainiert werden. Somit ist ein besserer Gelenkschutz durch kräftige Muskeln gegeben.
Thermotherapie
Wärme Fango/Heißluft/Heiße Rolle wirkt schmerzlösend, durchblutungsfördernd und senkt den Spannungszustand des Muskels.
Eis bei geschwollenen und überwärmten Gelenken (Entzündung).
Magnetfeldtherapie
Die Knorpelzellen werden aufgrund des einwirkenden Magnetfeldes angeregt sich zu regenerieren. Die Magnetfeldtherapie verbessert den Knorpelstoffwechsel und wirkt auf Dauer auch schmerzlindernd.
Akupunktur und Fußreflexzonenmassage
Wird mit guten Erfolgen bei Schmerzen angewandt.
Heilpflanzen
- Teufelskralle, entzündungshemmend, schmerzlindernd.
- Brennnessel, stoffwechselsteigernd, bremst den Fortgang der Arthrose.
Pufferabsätze
Die Füße haben je drei Gewölbe. Die Fußgewölbe haben eine Stoßdämpferfunktion. Jedes Mal wenn der Fuß beim Gehen auf dem Boden auftritt entsteht eine Erschütterung, die sich nach oben über das Sprunggelenk zum Kniegelenk und weiter zum Hüftgelenk bis zur Wirbelsäule fortsetzt. Die intakten Fußgewölbe puffern einen Teil dieser Erschütterungen ab, so dass die Erschütterungen mit weniger Kraft noch oben weitergeleitet werden. Sind die Fußgewölbe im Laufe der Jahre durchgetreten (z.B. Plattfuß oder Spreizfuß), können die einwirkenden Erschütterungen nicht mehr genügend abgepuffert werden, und es werden stärkere Stöße auf die oben gelegenen Gelenke (z.B. Kniegelenk, Hüftgelenk) weitergegeben. Diese Stöße können die betroffenen Gelenke auf Dauer schädigen (Arthrose).
Schuhe mit weichen Absätzen (z.B. Sportschuhe) können einwirkende Stöße dämpfen, auch Gummieinlagen die im Schuh getragen werden. Es gibt auch Schuhe mit speziellen Pufferabsätzen.
Schuhe mit harten Lederabsätzen sind bei einer Arthrose im Bereich der unteren Extremität nicht zu empfehlen.
Allgemeine, unspezifische Maßnahmen die bei Arthrose helfen können
- Sauna, falls keine Entzündungen vorliegen
- Kneippsche Güsse
- Wassertreten
- Bäder mit Badezusätzen (Rheumabäder, Moorbäder)
- Heublumensack
- Wechselbäder
Vorbeugung und Therapie der Arthritis (Gelenksentzündung)
Jede Arthrose kann immer wieder zu einer Arthritis führen. Diese äußert sich als Schwellung, Rötung, Überwärmung und durch Schmerzen und Funktionseinschränkung am betroffenen Gelenk.
Jede Arthritis beschleunigt die Arthrose, indem bei der Arthritis vermehrt den Knorpel schädigende Enzyme freigesetzt werden. Es ist daher wichtig die Arthritis schnell zu behandeln bzw. zu vermeiden (vorbeugen), damit der Fortgang der Arthrose nicht beschleunigt wird. Außerdem führen immer wiederkehrende Arthritiden zu einer Schrumpfung der Gelenkkapsel und somit zur Bewegungseinschränkung.
Maßnahmen zur Behandlung und Vorbeugung der Arthritis
1. Ernährung Durch eine ungesunde Zivilisationskost (zuviel Fleisch, Fett, zuwenig Obst und Gemüse) können Entzündungsvorgänge (z.B. Arthritis, die bei jeder Arthrose vorkommt) im Organismus begünstigt werden und zwar über eine zu starke Aufnahme von Arachidonsäure. Arachidonsäure ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die aus tierischer Nahrung aufgenommen wird. Sie wird zu geringen Anteilen auch vom Organismus selbst gebildet. Besonders reich an Arachidonsäure sind Eigelb, Fleisch, Innereien und tierische Fette. Milch und Milchprodukte, vor allem die fettarmen Varianten, sind relativ arm an Arachidonsäure. Pflanzliche Lebensmittel sind so gut wie frei davon. Arachidonsäure ist an der Entwicklung von Entzündungsbotenstoffen im Organismus beteiligt. Untersuchungen haben gezeigt, dass der vermehrte Genuss tierischer Nahrungsmittel Entzündungsprozesse verstärk. Es ist also wichtig, dass der Konsum von Fleisch, Fett und Wurst deutlich reduziert wird und vermehrt Obst und Gemüse konsumiert wird. Eine entzündungshemmende Wirkung stellt sich allerdings erst mehrere Wochen nach der Ernährungsumstellung ein.
2. Fasten Eine ein- bis zweiwöchige Fastenkur führt zur Entlastung des Stoffwechsels und fördert die Entschlackung und die Ausscheidung von Giftstoffen. Sie kann bei Schmerzen zu einer Schmerzlinderung führen, weil vermehrt Schmerzmediatoren ausgeschieden werden und das Gewebe insgesamt besser entschlackt wird. Auch kann eine Fastenkur zu einem deutlichen Rückgang der Arthritis führen, weil in dieser Zeit keine Arachidonsäure aufgenommen wird. Sie kann auch der Einstieg in eine anschließende Ernährungsumstellung sein. Sie können das Fasten zu Hause alleine durchführen (Fastenführer gibt es im Buchhandel, z.B. Heilfasten nach Dr. Buchinger). Volkshochschulen bieten gelegentlich auch Fastenkurse an.
3. Omega-3-Fettsäuren Die Omega-3-Fettsäuren sind ein direkter Gegenspieler zur Arachidonsäure und wirken somit entzündungshemmend. Omega-3-Fettsäuren können über einige Wochen als Nahrungsergänzungsmittel (z.B. Fischölkapseln aus dem Reformhaus) eingenommen werden, sollten aber auf Dauer über eine gesunde Ernährung (kaltgepresste pflanzliche Öle, Fisch) gedeckt werden.
4. Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) Die Teufelskralle ist eine Arzneipflanze die in den Steppengebieten Süd- und Südwestafrikas heimisch ist. Der Extrakt aus der Teufelskrallenwurzel hat nachgewiesenermaßen eine entzündungs- und schmerzhemmende Wirkung. Als Medikament ist es in Apotheken erhältlich.
5. Entzündungshemmende Enzyme Entzündungshemmende Enzyme wie z.B. Trypsin oder Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse, können zur Vorbeugung nieder dosiert oder zur Therapie höher dosiert eingenommen werden. Enzymmedikamente erhalten Sie in der Apotheke.
Wird nur eine Maßnahme aus den fünf erwähnten Punkten angewandt wäre das zu wenig und reicht zur Entzündungshemmung nicht aus. Es ist eine Kombination mehrerer Punkte an zu streben, z.B. Ernährung, Omega-3-Fettsäuren und Teufelskralle. Reicht dies immer noch nicht aus sollten noch mehr Maßnahmen angewandt werden, z.B. alle fünf Punkte.
Falls Sie noch Fragen zur Therapie der Arthrose haben, eine professionelle Behandlung oder Beratung wünschen, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung (siehe unter Kontakt)
Patric Warten, Heilpraktiker und Physiotherapeut
Meine Naturheilpraxis in Oberstenfeld ist nördlich von Stuttgart gelegen. Umgeben von den Städten Ludwigsburg, Marbach, Backnang, Bietigheim und Heilbronn.
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