Glykämischer Index (GLYX oder GLIX).

Unsere Nahrung besteht aus den Makronährstoffen Eiweiß, Fett und Kohlehydrate, sowie den Mikronährstoffen Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und anderen.

Kohlehydrate werden bei der Verdauung zu Glucose (Traubenzucker) umgewandelt. Traubenzucker ist der Hauptbrennstoff, den die Körperzellen für ihre Funktion benötigen. Die vielen Milliarden Körperzellen im menschlichen Organismus brauchen ständig Energie, um ihrer Funktion nachzukommen. Ohne ständigen Energienachschub können Körperzellen nicht arbeiten. Der Organismus würde Schaden nehmen.

Wenn Kohlenhydrate gegessen und zu Glucose (Traubenzucker) abgebaut worden sind, gehen sie ins Blut über und erhöhen dabei den Blutzuckerspiegel.

Kohlenhydrate in pflanzlichen Lebensmitteln sind an viele Ballaststoffe gebunden und darum dauert es nach dem Verzehr solcher Lebensmittel länger, bis diese zu Glucose umgewandelt werden. Der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam und gering an.

Kohlenhydrate, die von ihren Ballaststoffen weitgehend befreit sind (Lebensmittel wie z.B. Zucker, Weißmehl oder polierter Reis), werden wesentlich schneller zu Glucose umgewandelt. Der Blutzuckerspiegel steigt beim Genuss solcher Lebensmittel wesentlich schneller und höher an.

 

Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel rasch und hoch ansteigen lassen (z.B. Weißbrot, Gebäck, Süßspeisen, polierter Reis), werden mit einen hohen glykämischen Index eingestuft.

 

Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel nur langsam und gering ansteigen lassen (z.B. Gemüse, die meisten Obstsorten, Vollkornprodukte), werden mit einen niedrigen glykämischen Index eingestuft.

 

Beim Verzehr von Lebensmitteln mit hohem GLYX steigt, wie schon erwähnt, der Blutzuckerspiegel rasch und hoch an. Da der Blutzuckerspiegel aus gesundheitlichen Gründen ein bestimmtes Maß nicht überschreiten darf, setzt die Bauchspeicheldrüse Insulin frei, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Insulin bewirkt das Glucose in die Körperzellen aufgenommen wird. Da der Anstieg des Blutzuckerspiegels durch Nahrungsmittel mit hohem GLIX sehr rasch erfolgt, gibt die Bauchspeicheldrüse zu viel Insulin ins Blut, was den Blutzuckerspiegel zu sehr absinken lässt. Die Folge kann Müdigkeit, Hunger oder Heißhunger sein. Obwohl es seit der letzten Mahlzeit noch nicht lange her war, hat man schon wieder Hunger und isst wieder über den eigentlichen Bedarf hinaus. Werden wiederum Nahrungsmittel, mit hohem GLYX konsumiert, wiederholt sich das Ganze von vorn. Die Folge ist Übergewicht mit einer drohenden Insulinresistenz und einem danach folgenden Diabetes Typ 2.

Lebensmittel mit hohem glykämischen Index führen nicht nur zu Übergewicht, sondern sind auch an vielen Zivilisationserkrankungen maßgeblich mitursächlich. So zum Beispiel an Herz- Kreislauferkrankungen wie Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall und anderen mehr.

 

Stellen Sie Ihre Ernährung um.

Als Heilpraktiker gebe ich folgende Ernährungsempfehlungen:

  • Reduzieren Sie deutlich den Verzehr von Zucker und Auszugsmehl, die z. B. in folgenden Produkten enthalten sind: Gebäck, Roggenbrot, Weizenbrot, Teigwaren, Pizza, Spätzle, Marmelade, Schokolade, Pudding, Kekse, Limos, Eiscreme, Kuchen, Obstkonserven, Torten, Marzipan, Bonbons usw.
  • Genießen Sie hauptsächlich pflanzliche Kost (Obst, Gemüse, Salate) als Frischkost oder schonend zubereitet (z. B. garen). Eine Devise lautet: „Five a day“ (fünf Mal am Tag Obst und Gemüse verzehren). Auch sollten mehr Vollkornprodukte (z. B. Vollkornbrot und Müsli) verzehrt werden. Weiterhin sollten Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Sojaprodukte mit in den Speiseplan aufgenommen werden.
  • Reduzieren Sie den Konsum von Fleisch, Fett und Eiern (Cholesterin). Ei freie Teigwaren verwenden.
  • Bevorzugen Sie fettarme Fleischsorten wie zum Beispiel Geflügel.
  • Reduzieren Sie den Konsum von Fastfood, von Konservennahrung und Fixprodukten.
  • Verwenden Sie fettarme Milchprodukte wie zum Beispiel Milch mit 1,5% Fett, Joghurt mit 1,5% Fett oder fettarmer Käse mit bis zu 30% Fett in Trockenmasse.
  • Essen Sie zwei Mal pro Woche Seefisch. Viele Seefischsorten enthalten Omega-3-Fettsäuren, die einer Arteriosklerose entgegenwirken.
  • Verzehren Sie pflanzliche kalt gepresste Öle wie z. B. Lein-, Raps-, Walnuss-, Weizenkeim-, Soja-, Olivenöl. Diese Öle enthalten auch Omega-3-Fettsäuren.